Symphonee’s weekly #8

_Gesehen_  Auf den Spuren der Nomaden“ – eine sehr authentisch und ehrlich erzählte Abenteuerreise / ein bisschen „Hulk“, ein bisschen „Bad Boys II“ – ich habe gerade eindeutig kaum Geduld, ganze Filme vom Anfang bis zum Ende zu sehen / beeindruckender Teil über Stadtgewächshäuser in der Samstagsdokumentation bei vox / Big Bang Theory zum Gesunden

_Gehört_  EnJoy und Hit Radio Antenne

_Getan_ Haare gefärbt (mag ich nicht, aber habe damit nun mal wegen beginnender Ergrauung angefangen) / einen Familiengeburtstag gefeiert / geruht / spazieren gegangen / viel israelischen süßen Wein bestellt / Frühlingsdeko gebastelt

_Gelesen_   „Der verbotene Ort“ von Fred Vargas begonnen – ich liebe diese skurillen verschrobenen Charaktere / neue Blogs über Balkongärtnerei

_Gegessen_ Sonnenblumenkernbrot mit Maasdamer und Möhrchen / Chinanudeln mit Hühnchen / Nudeln Bolognaise (einmal echt und einmal mit Tofu) / Restelasagne / Möhren-Tomaten-Salat / Paprikasalat mit Mozzarella / Aladiki / Schuba / Geburtstagstorte

_Gelacht_ auf der Arbeit / über so manchen Harlem Shake

_Geplant_ Süd-Frankreich / Fitness ab April / Balkongarten / Auffrischungen in unserer Wohnung

_Gekauft_ Tropfen gegen verstopfte Nasennebenhöhlen / schöne Jalousie / Pflanzensamen

_ Geärgert _ über Pickelplage auf der Stirn und gleichzeitige trockene Stellen im Gesicht (ebenmäßige Haut, wo bist du hin!?) / über Schnee am 17. März (da dies der Geburtstag einer langjährigen Freundin ist, weiß ich ganz genau, dass es an diesem Datum meistens schön und warm war) / Verzögerungen

_Gefreut_ darüber, dass ich mich besser fühle / Sonnenstrahlen / Sommerpläne / über eine  Zusage zu einer neuen Stelle

_ Gewünscht_ Frühling, Frühling, Sommer / bald mit dem Sport beginnen zu können (die NaNeHöEntzündung sollte schon weg sein) / ein Häuschen mit Garten, in dem ein Haufen unserer Kinder spielen und ich Unmengen an Gemüse und Obst und Kräutern ernte / Temperaturen zum Fahrradfahren

 

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Unverdaulich.

Ich plane eine Feier zu Ehren meines letzten Jahres in den Zwanzigern. Und vielleicht auch zu Ehren des Lebens, der Freundschaft, der Freude? Vor drei Jahren hätte dieses Fest ganz anders ausgesehen. Nicht besser, nicht schlechter, aber anders. Dieses „anders“ von heute hätte ich damals ansatzweise verurteilt, zumindest gab es die eine Haltung, die besagte, dass Grauzonen klare Gesetze haben.

Meine Familie lebt immernoch in diesen Rahmenbedingungen. Ich verließ sie. Damit ich entspannt feiern kann, mein freieres Leben zelebrieren, tief einatmen und mich erfreuen kann, lade ich meine jungen Geschwister und ihre Partner nicht ein. Es schmerzt mich sehr und jede Nacht träume ich von ihnen. Ein Teil von mir möchte sagen: „Schaut, wie gut man es haben kann!“ Ein anderer Teil hat Angst vor Verurteilung, vor unausgesprochenen Sätzen wie „Seht ihr, das kommt davon, wenn man die klaren Rahmen verlässt!“.

So trenne ich das. Ein treffen für meine Familie, eine Feier für meine Freunde. Überschneidungen scheinen momentan eher unmöglich.

Meine Geschwister sind wahrlich keine weltfremden, versteckten, lebensunfreudigen Wesen. Sie haben nur hier und da Ansichten, die keinem wehtun, aber ganz klar gezogen sind. Ich gehörte mal dazu, kenne diese und bin nun raus.

Mein Thema, das wiederkehrt. Herzschmerz für mich. Ich gewann viel: Lebensfreude, Entscheidungsfreiheit, Freunde dazu. Und gleichzeitig verlor ich meinen uneingeschränkten, nahezu kindlichen Glauben, eine eingeschworene Gemeinschaft, meine Familie in vielen Bereichen.

Und ich träume weiterhin jede Nacht von einem rauschenden Fest und Geschwistern, mit denen ich mich, wie zu Zeiten unseren gemeinsamen Weges, frei freuen darf.

Ich lebe [zunehmends Jalousienlos].

Ich trug Fesseln. Fesseln aus dünnen Seilen, aber doch fest genug gebunden, um beim Lösen viel aufs Spiel zu setzen. Sie hielten die freiheitsliebenden Schmetterlinge in mir gefangen- durchaus mit plausiblen Erklärungen und Gründen geschmückt. Und mit viel Elternliebe garniert, die mich zuversichtlich hat werden lassen. Und gefangen.

Ich war vierzehn, als ich Titanic im Kino sah. Ich schaute mir den Film dreimal an, verliebte mich in Leonardo di Caprio, war ergriffen und durchdrungen von dieser Katastrophe. Der Film war sehr eindrücklich für mich behütete Spätzünder-Teenagerin gewesen.

Es waren meine ersten Kinobesuche und vorerst für viele Jahre meine letzten gewesen. Vielleicht beobachteten meine Eltern, dass ich sehr ergriffen war und beschlossen, mich vor dieser Welt zu beschützen, indem sie sie mir verschlossen? Das Böse lag immer außerhalb, ein Kontakt zu ihm sollte vermieden und am besten hinter einer das Fenster zur Außenwelt verdeckenden Jalousie versteckt werden. Ein NEIN, lange genug durchgehalten, genügte und ich wurde nach einiger Zeit kampfunfähig.

Das Verbot endete nicht tragisch. Sie nahmen mir sowieso nur einen Luxus, aber ich empfand es fehl am Platz- beschneidend und beschämend. Heute regt sich ein starkes Ungerechtigkeitsgefühl, wenn ich daran zurückdenke.

Acht Monate befinde ich mich nun im Anerkennungsjahr, ich arbeite mit den Menschen und an mir. Häufig ploppen Zusammenhänge vor meinem inneren Bildschirm auf. Ich ahne und verstehe plötzlich. Ich erkenne Gründe und Ursachen: manche Verhaltensweisen waren wichtig, sogar wenn sie heute die ungeliebtesten sind. Die Plopps werden gerade am laufenden Band produziert, während ich ein wunderschönes Buch lese:

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„Einige Leute sind von vornherein besser dran, weil sie aus glücklichen Familien kommen – was wirklich das Beste ist, was einem passieren kann. Andere starten unter weniger guten Voraussetzungen, sind daher weniger „ganz“, aber sie hatten das Glück, einen Partner zu finden, der ihnen die Angst nahm vor dem, was hinter der Jalousie steckt. Dann haben sie die Unterstützung, die Liebe, die sie brauchen, um das Unbehagen ertragen zu können, das bei dem Versuch entsteht, mit den versteckten Teilen ihrer Persönlichkeit in Kontakt zu kommen und sie aufzudecken. Durch dieses Bemühen werden sie fähig, sich zu ändern und sich aufwärts, dem „gesunden Ende des Spektrums“ zu zu bewegen.“  [Skynner/Cleese, S.61 – 1995]

Weit entfernt von einer unglücklichen Familie, aber aus einer Familie stammend, die unter besonderen Umständen ihren Weg suchte, puzzle ich immernoch an mir herum, ein stilles und beständiges Danke an meinen Liebsten schickend, der all dies ihn mir aufbrach.

„[…] Ich höre schon die Geigen – als nächstes wirst du kundtun, dass unsere Partner die besten Seelenonkels sind. […] Das kann schon so sein!“ [S.66 ebd.]