Sommergefühle.

Summer

 

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Sehnsüchtig blicke ich dem Sommer hinterher, ungetröstet ob der Tatsache, dass in einigen oder vielen Monaten der nächste wieder vor der Tür stehen wird. Helle Tage, warme Winde, die meine braungebrannte Haut streicheln, frische Luft und Blätterrauschen wechseln sich im meiner Erinnerung. Die Nachbarin aus dem Haus die Straße runter, die mit herrlich französischem Akzent zu einem Aperitif einlädt, weil man ihr und den Kindern beim Kofferheimrollen geholfen hat. Musik unter freiem Himmel und das mitreißende Gefühl, wenn etwas einem ins Herz spricht. Zart beginnende Morgen und Fahrradwege zur Arbeit bis das Fahrrad vom Liebsten repariert wurde und von da an die Gangschaltung freies Fahren unmöglich machte. Das verlängerte Wochenende in Leipzig voll Sonne, marschierter Kilometer, die eine beste Freundin, die nun auch dreißig geworden ist und das gebührend feierte. Ein Balkon zum Grillen, Pflanzen und Ernten. Tomaten vom Balkon, die den Mund mit würziger Süße füllen und eine feste Schale präsentieren. Unglaubliche Hitze, die am neu entdeckten Freibadsee am besten zu ertragen war und anschließend eine große Ofenkartoffel mit Kräuterquark und ein Radler dazu. Tante werde und das Wunder des Lebens betrachten, was unmittelbar den Kinderwunsch schürt und Erinnerungen weckt, die vor einem Jahr den Sommer beschlossen. Versuche, im Hier und Jetzt zu leben, weniger im Damals und in dem, was noch kommen mag. Ein später, aber erfüllter Sommer, immernoch und hoffentlich für immer mit meinem Liebsten.

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Die verlorene Bloggerseele.

Einst schrieb ich regelmäßig in ein Hardcoverbuch mit Blümchen, in blau oder gemustert, ganz schnöde mit einem Kuli oder Füller. Es gab mehr oder weniger zu erzählen, aber das war auch egal, denn ich war die einzige Leserin meines Geschreibsels. Und dann kam das Internet in mein Leben und ich eröffnete 2004 meinen ersten Blog unter meinem echten Namen, mit Bildern und sehr persönlich, aber niemals ein Ersatz zu den Gedanken, die ich in der Abgeschiedenheit für meine eigenen Augen festhielt. Ich gehörte also mit zu der ersten Bloggergeneration, möchte ich mal behaupten.

Nach dem Internet kam mein Liebster in mein Leben, der meinen Blog erst einmal sehr hoch lobte und sogar seinen Freunden davon erzählte. Es wurde zu einem Wesen, das Neuigkeiten und Erlebnisse erzählte und wenn die Person dahinter sie erzählen wollte, wusste die halbe Menschheit schon längst davon. Mein Blog gedieh und wuchterte irgendwann vor sich hin. Wo war nur die Grenze zwischen realem und virtuellem Leben geblieben? Einige Jahre später kamen auch Zweifel vonseiten meines Liebsten, dass er doch auch nicht mehr so gern im Internet unter seinem echten Namen erscheinen würde. Dann kam ein verschmähter Verehrer dazu, der begann, mich über den Blog zu „stalken“ und mir wurde vollends das Ausmaß eines öffentlichen Internetlebens klar.  Zu spät – einmal losglassen, bleibt nur noch das Löschen, um etwas für die große breite Masse unsichtbar zu machen. Sehr schweren Herzens löschte ich mein Baby in seiner Gesamtheit (und bereue bis heute bitterlich, dass ich noch nicht einmal Teile davon für mich gespeichtert habe – wobei die bei den vielen Festplattencrashs sicher inzwischen ebenfalls verlorengegangen wären).

Das Tagebuchschreiben auf Papier ist gestorben, Tagebuchschreiben auf Wordpapier ohne dass es jemand liest, ist mir leider inzwischen zu wenig und meine Bloggerseele hat eine Blockade, der ich nicht auf den Grund gehen kann. Aber das Schreiben fehlt mir. Wenn der Drang danach zu stark wird, setze ich mich nieder, öffne den Unterpunkt „neuen Artikel erstellen“ und beginne im besten Falle gleich zu schreiben. Dann lese ich die ersten Sätze und frage mich unweigerlich, ob ich melancholisch bin. Ja, die melancholische Seite gehört zu mir, aber im Alltag kommt sie doch selten zu Tage. Wer mich kennenlernt, meint eine Optimistin und ungetrübte Gute-Laune-Seele zu treffen. Die ist auch zu großen Teilen vorhanden, aber das Melancholische ist verborgen da und kommt scheinbar nur beim Schreiben heraus. Das gefällt mir nicht, denn eigentlich möchte ich auch sagen „Hallo Leute, mir geht es hervorragend. Das Leben läuft und bietet mir nur ab und an einen vermeintlichen Stolperstein. Ich bin zufrieden- meistens- und wenn ich was habe, arbeite ich daran und kümmere mich darum. Ja, ich habe mich selbst im Großen und Ganzen endlich gefunden. Super! Toll! Jippieh. Schaut euch mein spannendes Leben an- hier sind die Bilder. Juhu.“ . Doch dann fließen pathetisch klingende Sätze, abgeklärte Phrasen und melancholische Spitzen aus mir heraus. Ich stehe am Scheideweg: akzeptieren und diese ganze Bloggergeschichte aufgeben oder das, was aus mir herauskommt, aufschreiben und der halben Menschheit präsentieren (Hallo, meine paar treuen Leserinnen!)?

Ich habe mich nicht entschieden. Und hoffe immernoch, meine verloren geglaubte Bloggerseele an der nächsten Straßenecke wiederzutreffen und sie herzlich in meine Arme schließen zu können. Bis dahin verspreche ich nichts und verliere die letzten paar Leserinnen. So ist das Leben.

Empfindlichkeiten.

Unser Freund ernährt sich seit acht Monaten vegan. Keine Milch, Butter, Eier, Frischkäse und natürlich kein Fleisch mehr. Gut, ein bisschen Umdenken beim Kochen ist okay und absolut machbar für mich. Und er bringt immer viel mit, was er essen könnte. Trotzdem schwingt immer, ohne dass er predigen würde, ein Vorwurf mit. Ich esse besser als ihr. Womöglich bilde ich es mir auch ein. Ganz bestimmt bilde ich mir das ein. Dennoch fühlte ich mich in diesem zarten Empfinden sehr bestätigt, nachdem er anfing, meinen Körperumfang anzusprechen.

Wir sitzen zu fünft beisammen- seit vier Tagen haben wir Besuch von drei jungen Männern, die in unserem Durchgangszimmer schlafen und dementsprechend groß ist inzwischen mein Wunsch nach dem Alleinsein. Nervige Angewohnheiten stechen zusehends mehr hervor und werden zu Bergen, wenn man viel Zeit miteinander verbringen muss.

Dieser Freund sitzt nach dem Essen am Tisch und sagt: „Vor anderthalb Jahren habe ich euch besucht, da hattet ihr total abgenommen.“. Ja, sage ich, wir hätten uns abends Kohlenhydratfrei ernährt. Das sei aber eingeschlafen, weil es durch einen Jobwechsel meinerseits herausfordernder geworden sei, abends ohne Kohlenhydrate zu kochen und den späten und langen Heimweg ohne etwas zu essen zu überstehen. Dass es meistens Brötchen, Brot oder anderes Gebäck gewesen sei, habe etwas mit der Verfügbarkeit von Lebensmitteln auf dem Weg und Bequemlichkeit zu tun gehabt. Ich erkläre und entschuldige mich inzwischen für etwas, das ihn überhaupt nichts angeht. Mein Liebster allerdings sei sehr im Stress und da würde er zunehmen (aber ihn verletzt es auch nicht, wenn jemand zu ihm sagt, er habe zugenommen). Er bohrt weiter nach und bringt dann den krönenden Abschlussatz: „Und als ich euch dann wieder besucht habe, hattet ihr beide ganz schön zugenommen.“. Erstmal nur eine Feststellung. Und doch eine Sache, die man mir gegenüber nicht erwähnen darf. Ich ziehe mich aus dem aufgezwungenen Gespräch zurück, endlich merkt er das auch und fragt leicht verunsichert: „Das darf man doch sagen, oder? Vielleicht hat der Andere das nicht gemerkt und man macht ihn darauf aufmerksam? Oder was meinst du, Symphonee?“ Ich antworte, dass jeder normale Mensch merkt, wenn er zugenommen hat und es nicht gesagt bekommen möchte, stehe auf und gehe weg.

Ich bin ehrlich verletzt und weiß selbst, dass es kaum einen Grund gibt, es zu sein. Ja, ich habe einige Kilogramm zugenommen und ich weiß das ganz genau. Ich fühle mich nicht gerade wohler als zuvor, aber ich sehe normal aus, leide nicht unter Adipositas und habe nur wenig Übergewicht. Und auch wenn dies alles zutreffen würde, müsste man mir das doch nicht sagen, oder? Ich fühle mich als „schlechtere Frau“ und hässlich, nur weil ich zugenommen habe? Was stimmt nicht mit mir? Und wieso geht es vielen Frauen so?

Bis jetzt bohrt in mir das, was er ausgesprochen und ich schon länger gedacht und gewusst habe. Mag sein, dass ich nicht ganz so im Einklang mit mir selbst bin, wie ich vorgebe, zu sein. Mein Liebster sagt immer wieder, dass der Schlüssel darin liegt, sich selbst zu lieben und zwar so wie man ist. Wenn das denn so leicht wäre..

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Symphonee’s weekly #8

_Gesehen_  Auf den Spuren der Nomaden“ – eine sehr authentisch und ehrlich erzählte Abenteuerreise / ein bisschen „Hulk“, ein bisschen „Bad Boys II“ – ich habe gerade eindeutig kaum Geduld, ganze Filme vom Anfang bis zum Ende zu sehen / beeindruckender Teil über Stadtgewächshäuser in der Samstagsdokumentation bei vox / Big Bang Theory zum Gesunden

_Gehört_  EnJoy und Hit Radio Antenne

_Getan_ Haare gefärbt (mag ich nicht, aber habe damit nun mal wegen beginnender Ergrauung angefangen) / einen Familiengeburtstag gefeiert / geruht / spazieren gegangen / viel israelischen süßen Wein bestellt / Frühlingsdeko gebastelt

_Gelesen_   „Der verbotene Ort“ von Fred Vargas begonnen – ich liebe diese skurillen verschrobenen Charaktere / neue Blogs über Balkongärtnerei

_Gegessen_ Sonnenblumenkernbrot mit Maasdamer und Möhrchen / Chinanudeln mit Hühnchen / Nudeln Bolognaise (einmal echt und einmal mit Tofu) / Restelasagne / Möhren-Tomaten-Salat / Paprikasalat mit Mozzarella / Aladiki / Schuba / Geburtstagstorte

_Gelacht_ auf der Arbeit / über so manchen Harlem Shake

_Geplant_ Süd-Frankreich / Fitness ab April / Balkongarten / Auffrischungen in unserer Wohnung

_Gekauft_ Tropfen gegen verstopfte Nasennebenhöhlen / schöne Jalousie / Pflanzensamen

_ Geärgert _ über Pickelplage auf der Stirn und gleichzeitige trockene Stellen im Gesicht (ebenmäßige Haut, wo bist du hin!?) / über Schnee am 17. März (da dies der Geburtstag einer langjährigen Freundin ist, weiß ich ganz genau, dass es an diesem Datum meistens schön und warm war) / Verzögerungen

_Gefreut_ darüber, dass ich mich besser fühle / Sonnenstrahlen / Sommerpläne / über eine  Zusage zu einer neuen Stelle

_ Gewünscht_ Frühling, Frühling, Sommer / bald mit dem Sport beginnen zu können (die NaNeHöEntzündung sollte schon weg sein) / ein Häuschen mit Garten, in dem ein Haufen unserer Kinder spielen und ich Unmengen an Gemüse und Obst und Kräutern ernte / Temperaturen zum Fahrradfahren

 

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Symphonee’s weekly #7

_Gesehen_  wieder einmal TV, das nur bedingt zum Denken anregt, aber diesmal aus vollkommen nachvollziehbaren Gründen / The Big Bang Theory, weil ich nerdigen Humor immer mehr verstehe

_Gehört_  Gin Wigmore / Orientalisches

_Getan_ Lotto gespielt / Bücherei besucht und Mahngebühren bezahlt / Kapseln geschluckt und dabei ein halbes Laib Brot sowie mehrere Liter Wasser hinterhergespült (ich werd’s noch lernen!) / Erkältungsbad genommen und nicht fast ohnmächtig geworden (ich werd’s noch lernen!) / inhaliert über einer Schüssel mit heißem Salzwasser, wobei mir nur ein bisschen schlecht und schwindelig geworden ist (ich werd’s noch lernen!) / Spinatpizza aus Quark-Öl-Teig selbstgemacht und feststellen müssen, dass die Fertigpizza meinen Geschmack für Natürliches versaut hat

_Gelesen_ ”In der Ferne ein Lied” von Lesley Pearse / Blogs en masse (könnt ihr nicht ein bisschen häufiger und schneller bloggen, ich brauche Ablenkung)

_Gegessen_ zum Einen gesünder, weil Krankheit wie eine rote Ampel wirkt / Möhrchen, Nüsschen, Tomatchen / Hühnchen mit indischem Reis / Ei-Pfanne mit frischem Basilikum / gegrilltes Rind / Spinatpizza selbstgemacht / Kinder Pingui (Werbung zeigt Wirkung) / laktosefreien Heidelbeerenjoghurt / Äpfel

_Gelacht_ über die Nerds / „Auf und davon“ und angebliche Hochzeiten nach einer Woche Kennenlernens / über meine eigenen Witze, seit es mir besser geht (kennt ihr das Gefühl der Erleichterung, die einen zu Höhenflügen aufschwingen lässt? ;)) / über das Lernsystem meines Liebsten, der sich mehr Stress einbrockt als er bräuchte (ich habe es leider nicht anders gemacht..)

_Geplant_ auskurieren und zwar richtig, damit ich den Frühling endlich in Empfang nehmen kann / Passafest / mehr Gemüse im Speiseplan 

_Gekauft_ Lebensmittel veganer Art (leider schmecken nicht alle Brotaufstriche)

_ Geärgert _ über einen explodierenden Kopf und das Krankmeldenmüssen (ich kann das nicht einfach so) / über den Temperatursturz und steigende Nebenkosten / über das Versprechen einer Antwort und stattdessen erhaltende Stille / über das Firmenessen meines Liebsten, das wir wegen Krankheit verpassen mussten

_Gefreut_ darüber, dass ich nicht in den Schnee hinaus muss / über freiere Atemwege / über das, was ich gelernt habe / alle Vorstellungsgespräche untergebracht zu haben, bevor ich krank geworden bin / Pause von den Unstimmigkeiten im Team

_ Gewünscht_ Frühling, Frühling, Sommer / endlich Antworten zu bekommen / längerfristig planen zu können

Abgeschossen.

Wie ein schon seit Monaten gespannter Flitzebogen, ist all das Angespannte abgefeuert worden und ich weiß wieder, wie sich ein entspannter Bogen anfühlt. Erst nach dem entscheidenden Moment merke ich, wieviel Tonnen ich mit mir herumgeschleppt habe.

Die Übersetzung hat sich ausgezahlt, eine zu tilgende Schuld ist zu Ende gegangen, ein Lichtlein tut sich am Horizont des Jobhimmels auf und ein Mensch, mit dem ich vor Jahren das letzte Mal zu tun hatte, rief mich an um sich ein offenes Ohr von mir zu leihen. Letzteres ist in Zeiten der Ereignislosigkeiten etwas Besonderes: die Person hat sich nach so langer Zeit an mich erinnert und mich um ein Gespräch gebeten.

Außerdem ist das Laptop-Problem geklärt und ich besitze wieder eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, mit der ich erstmal meine mir altbekannte Stadt von A bis Z abfahren werde.

Ich atme sehr tief auf.

Die Stimme aus dem Off.

In diesem Jahr fühlte ich mich von den kalten Jahreszeiten überfallen. Eben noch fast warmes Wetter, dann schon wieder fast kalt und nun haben wir das Novemberblatt auf unseren Kalendern umgeschlagen.

Apropos Kalender. Ich gehe jedes Jahr im Januar auf Kalendershoppingtour. Leider habe ich in diesem Jahr vor lauter Veränderungsstress die gesamten Reduzierwochen verpasst und anschließend gab es kaum noch schöne Wandkalender. So gab es im Hause Symphonee keinen Wandkalender, zumindest keinen vom Jahre Zweitausendundzwölf.

Plötzlich hatte ich keinerlei Ambitionen mehr, rauszugehen, mich in Schichten zu packen, mein Fahrrad zu satteln oder zuviel zu Fuß zu gehen. Kalt. Nass. Gruschlig. Buuuh. Auf der anderen Seite kann ich nicht zu lange irgendwo sitzen, meine Beine beginnen unruhig zu werden, mein Kopf zu dröhnen, meine tausend Hummeln zu summen. Meine Empfehlung: alle Bedenken über Bord werfen und einen langen Spaziergang machen. Das belebt.

Und wenn der Liebste dabei ist, entstehen viele, viele Bilder. Von Bäumen. Und Schildern. Von Wolken, Feldern und den letzten Blümchen. Und von Symphonee.

 

 

 

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Golden.

 

Ich wünschte Sonne und sie kam für Tage strahlend um die Ecke. Heute wohnt sie auch bei uns. Nur wir kränkeln, schieben uns spazierend durch die gelbroten Blätterhaufen und wären viel lieber einmal quer durch die Weltgeschichte geradelt. Beim Flanieren kann man aber wunderbar Wohnungszurückeroberungspläne schmieden. Nach drei Jahren sammelt sich mehr an als man braucht. Da Frau und Herr Symphonee zudem außerordentlich unordentlich kreativ mit ihrem Stauraum umgehen, ist das Zeugs an vielen Ecken und Enden zu finden, die mal entrümpelt werden müssten. Nein, wir sind keine Messies. Man kann uns allerhöchstens Bequemlichkeit vorwerfen, gering ausgeprägte Organisationsstrukturen und ab und an Schlendrian, aber einmal die Woche wird weg- und aufgeräumt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Das geht nicht nun mehr so weiter, befanden wir, und schoben uns kränkelnd heim. Hier geräumt, da gewischt und wir mussten unsere geschundenen Körper wieder schonen.

Sonne, kommst du bald wieder? Aber erst, wenn wir kommende Woche die Fenster glänzend bekommen haben, gut!?

Wasserfälle.

 

Einer unserer kindlichen Lieblingsplätze beim gemeinsamen Filmeschauen war früher der, von dem aus man meiner Mutter beim Weinen zuschauen konnte. Ein bisschen Geigenmusik, ein inniger Moment und meine Mutter begann zu blinzeln. In Erwartung dessen drehten wir Kinder uns um, beobachteten scharf, um dann grinsend zu urteilen: Oh Mama, das ist doch nur ein Film!

Innerhalb einiger Jahre hat sich einiges geändert. Inzwischen versuche ich, vor meinem Liebsten die Tränlein zu verbergen und sage mir: Oh Symphonee, das ist nur ein Film! Nun bemerke ich zusehends, dass nicht nur die Musik dazu rührig macht. Nein, auch wahre Begebenheiten wie die Rettung alter Frauen durch junge Männer lassen meine Augen in Wasser versinken (zumal ich ja gerade auch wieder ganz genau weiß, wie das mit der ersten Hilfe geht). Wenn ich dann allein bin, sorgt mich nicht mehr mein mich beobachtender Liebster, sondern meine verschmierende Wimperntusche. So wird nur vorsichtig herumgetupft und damenhaft geschnieft.

Wir wollen ja keine nationale Überschwemmung riskieren, einige Pfützen tuns auch.

 

Es war einmal: Arbeit.

Arbeit nimmt in meinem Leben einen großen Stellenwert ein. Vielleicht fragt ihr euch, wieso ich mich schon wieder in meinen Einträgen mit Stellensuche und Chancen beschäftige, wieso ich mich so sehr unter Druck setze.

Ja, manchmal tu ich das. Immer wieder. Das hat jedoch einen ganz schnöden Grund.

Ich war bis eben noch „in Ausbildung“ , mein Liebster ist wieder „in Ausbildung“- er macht auf dem zweiten dritten Bildungsweg seine Fachhochschulreife nach und das alles muss gemeinsam irgendwie finanziert werden, denn wir bekommen beide keine Förderung. Wir haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen und stehen gemeinsam dahinter (es ist auch eine wunderbare Sache!), aber zuweilen muss man schauen, dass man alles beisammen hat, was man braucht. Letztes Jahr gab es drei Monate, die sehr schwierig waren und das möchte ich kein zweites Mal erleben, so dass ich mich bezeiten kümmere und mich ab und an unter Druck setze. Meine Einträge spiegeln dann das wider, was ich gerade täglich mit mir herumtrage: hoffentlich kommt bald eine Option, auf dass wir unabhängig und in unserem Rahmen zufrieden weiterleben und -lernen können.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann arbeiten sie noch heute.