Sommergefühle.

Summer

 

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Sehnsüchtig blicke ich dem Sommer hinterher, ungetröstet ob der Tatsache, dass in einigen oder vielen Monaten der nächste wieder vor der Tür stehen wird. Helle Tage, warme Winde, die meine braungebrannte Haut streicheln, frische Luft und Blätterrauschen wechseln sich im meiner Erinnerung. Die Nachbarin aus dem Haus die Straße runter, die mit herrlich französischem Akzent zu einem Aperitif einlädt, weil man ihr und den Kindern beim Kofferheimrollen geholfen hat. Musik unter freiem Himmel und das mitreißende Gefühl, wenn etwas einem ins Herz spricht. Zart beginnende Morgen und Fahrradwege zur Arbeit bis das Fahrrad vom Liebsten repariert wurde und von da an die Gangschaltung freies Fahren unmöglich machte. Das verlängerte Wochenende in Leipzig voll Sonne, marschierter Kilometer, die eine beste Freundin, die nun auch dreißig geworden ist und das gebührend feierte. Ein Balkon zum Grillen, Pflanzen und Ernten. Tomaten vom Balkon, die den Mund mit würziger Süße füllen und eine feste Schale präsentieren. Unglaubliche Hitze, die am neu entdeckten Freibadsee am besten zu ertragen war und anschließend eine große Ofenkartoffel mit Kräuterquark und ein Radler dazu. Tante werde und das Wunder des Lebens betrachten, was unmittelbar den Kinderwunsch schürt und Erinnerungen weckt, die vor einem Jahr den Sommer beschlossen. Versuche, im Hier und Jetzt zu leben, weniger im Damals und in dem, was noch kommen mag. Ein später, aber erfüllter Sommer, immernoch und hoffentlich für immer mit meinem Liebsten.

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Die Stimme aus dem Off.

In diesem Jahr fühlte ich mich von den kalten Jahreszeiten überfallen. Eben noch fast warmes Wetter, dann schon wieder fast kalt und nun haben wir das Novemberblatt auf unseren Kalendern umgeschlagen.

Apropos Kalender. Ich gehe jedes Jahr im Januar auf Kalendershoppingtour. Leider habe ich in diesem Jahr vor lauter Veränderungsstress die gesamten Reduzierwochen verpasst und anschließend gab es kaum noch schöne Wandkalender. So gab es im Hause Symphonee keinen Wandkalender, zumindest keinen vom Jahre Zweitausendundzwölf.

Plötzlich hatte ich keinerlei Ambitionen mehr, rauszugehen, mich in Schichten zu packen, mein Fahrrad zu satteln oder zuviel zu Fuß zu gehen. Kalt. Nass. Gruschlig. Buuuh. Auf der anderen Seite kann ich nicht zu lange irgendwo sitzen, meine Beine beginnen unruhig zu werden, mein Kopf zu dröhnen, meine tausend Hummeln zu summen. Meine Empfehlung: alle Bedenken über Bord werfen und einen langen Spaziergang machen. Das belebt.

Und wenn der Liebste dabei ist, entstehen viele, viele Bilder. Von Bäumen. Und Schildern. Von Wolken, Feldern und den letzten Blümchen. Und von Symphonee.

 

 

 

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Sommerliche Balkonfreuden.

Es ist noch kein Meistergärtner vom Himmel gefallen. In meiner Welt, zumindest. Und falls ihr von einem vom Himmel gefallenen wisst, dann schweigt bitte galant, denn meine Gärtnerbestrebungen sind eindeutig alle absolut in die falsche Richtung gelaufen.

Als Neu-Balkon-Besitzerin musste der dazugewonnene Raum ordentlich genutzt werden, also wurde sofort nach Bodenverlegung das Lieblingsgemüse Balkonfertig ausgepflanzt. Das Wetter spielte gleich von Anfang an nicht mit, die Gitterstäbe des Geländers hielten den Wind mehr als nur notdürftig ab und Tageslicht musste das Sonnenlicht zudem auch noch ersetzen. Alles in allem ein schwieriger Start. Dennoch sah ich mich schon Tomaten von der Staude pflücken und mit Schmackes in die rote Schale beißen. Hmmm.

Dann kamen keine Blüten. Die Blätter wurden seltsam und rollten sich in einem Anfall von Rollwut zusammen, der nebenan lebende Basilikum verabschiedete sich schneller als die Pfefferminze, aber das auch nur, weil die Pfefferminze wegen zu schneller Verbreitung von mir verbannt worden war. Und obwohl ich die überzähligen Triebe fleißig ausweidete, sah die Tomatenpflanze immer skurriler aus.

Eines Abends wurde der undankbare Sommerregen auch noch unbarmherzig kalt und ich holte Tomatchen rein in die gute Stube. Das Gute an einem transportablen Beet ist, dass man es in eine wärmere Ecke schieben kann. Die schlechten Ausgangsbedigungen mussten aber nun langsam mal ausgeglichen werden, also durfte die Kleine ins Warme und Trockene.

Am nächsten Tag hatten die Blattläuse den Rand des Kübels überklettert und es sich auf dem Boden unserer guten Stube bequem gemacht.

Blattläuse? Auf dem Balkonbeet? Und meiner geliebten Tomatenpflanze? IN MEINER WOHNUNG?

Der Staubsauger kam zum Einsatz, Tomate plus Dill und Basilikum in Untersuchungshaft auf den Balkon gebracht, um anschließend lebenslänglich aus unserem Leben ausgeschlossen zu werden.

Na, wenn das mal kein ordentlich missglücktes Gärtnerdasein von kürzester Dauer ist. Zumal mir jeder im Nachhinein noch einmal erklärte, was Ausweiden bedeutete.. nämlich nicht alle die abzupfen, die noch nachkommen, sondern nur die in einer „Astgabelung“ neu sitzenden Triebe. Danke, ihr schlauen Gärtner, meine Tomate lebt ihr zweites Leben in der Mülltonne und meine Gärtnerversuche bleiben auf das Gießen unserer Zimmerpflanzen beschränkt. Sicher ist sicher. (Rettet die Tomaten vor mir!).

 

Hier ist noch alles ein bisschen besser, aber beginnende Rollwut am Tomatenblatt ist auch schon zu bemerken.