Gefühlsausbrüche.

Manchmal bin ich so wütend und sauer, dass ich mir mindestens einen Boxsack wünsche, um minutenlang draufhauen zu können. In solchen Momenten schreibe ich oberflächlich beherrschte Nachrichten, um anschließend trotzig das Handy auszuschalten und weit weg zu legen. Niemand soll mich erreichen können- Symphonee hat heute geschlossen. Ich grummele und brummele vor mich hin, lese Blogs, lenke mich ab, wohlwissend, dass ich all die rationalen Gründe weiß, die mich runterbringen könnten. Doch ich zelebriere den Gefühlsausbruch und schwanke zwischen „ich habe das Recht dazu“ und „eigentlich will ich wieder runterkommen“ oder „irgendwer oder irgendwas muss daran schuld sein“.

Wenn ich nach etwas länger vergangener Zeit dann wieder Liedchen mitsinge, ist klar, dass es Zeit wird, das Handy wieder einzuschalten. Ja. Und dann sagt das Gedächtnis, das die vier Ziffern immer so zuverlässig nach Sprachmelodie gespeichert hat, ganz einfach NEIN zum Erinnern. Die Zahlen sind weg. „Selbst schuld!“ ruft das Fenster mir zu und ich seufze.

Vielleicht sollte ich in meine Bewerbungen auf keinen Fall schreiben, dass ich einen kühlen Kopf bewahren kann, wenn ich hundert kleine Dinge erreichen, erledigen, planen und im Kopf haben muss, während die Zukunft erschreckend offen  und unabgesichert vor einem liegt. Zum Glück wird das in den Ausschreibungen nie verlangt.

Und wieder habe ich einen Schuldigen gefunden: die Zukunft, die nicht in die Pötte kommt und lässig hingelümmelt auf der Sitzbank wartet.

 

 

 

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