Gesmarted.
Wieder einmal hat sich die Beobachtung bestätigt: wenn es einem gut geht, wird weniger gebloggt. Das könnte sich jedoch in Zukunft ändern, da ich gestern von meinem Liebsten mit einem zwar gebrauchten, aber voll funktionstüchtigen Smartphone überrascht wurde. Welten stehen mir nun offen! Theoretisch kann ich schneller auch mal zwischendurch bloggen, Bilder veröffentlichen, Instagramen (jippieh- zwar Jahre später als der Rest der Welt, aber immerhin hat es noch nicht beschlossen, zu schließen), twittern, was mir in den Sinn kommt.. und das alles auf meiner fast einstündigen Fahrt zur Arbeit und wieder zurück. Juhu. Ihr seht, das ist mir einen ganzen Eintrag wert. Freut euch mit mir. Tralalala.
Vertrödelt mit Sinnvollem.
Zuviel Freizeit lässt diese sinnlos erscheinen. Weniger Freizeit macht jede freie Minute wertvoller. Ausgebuchte Freizeit lässt nicht durchgeplante Tage zu Entspannungsoasen werden. Doch erst einmal muss ich mein Trubeldefizit wieder auffüllen.
Ich liebe den Trubel, aber brauche ebenso viele Momente für mich, damit ich durchatmen kann. Jeden Abend nach der Arbeit unterwegs zu sein, überfordert mich nach einiger Zeit. Mich in bequeme Klamotten einzuhüllen, nichts denken, nichts beantworten, klären und sagen zu müssen, entspannt mich. Seit kurzem habe ich den Ausdauer- und Gerätesport im Fitnessstudio für mich entdeckt. Mein Körper fühlt sich angenehm ausgepowert und gleichzeitig erfrischt an. Tatsächlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich gern hingehen würde. Gemeinsam mit meinem Liebsten macht es mir sogar Spaß. Ich hoffe, dass ich Bewegung endlich ganz in meinen Alltag integrieren kann. Und dann das Radfahren am frühen Morgen- frische Luft, zwitschernde Vögel, gestresste Autofahrer und ich fliege an ihnen vorbei, weil ich mich nicht stressen muss (zumindest, wenn ich rechtzeitig losfahre). Mein Kreislauf kommt in Schwung, ich atme viel Sauerstoff ein.. aber noch besser ist das Radfahren nach der Arbeit: die Entspannung in den Beinen, im Rücken und im Kopf, wenn ich gleichmäßig in die Pedale trete, meinen Gedanken freien Lauf lasse, vorankomme. Ja, ich genieße den Frühling und das Gefühl, wichtige Entscheidungen endlich getroffen zu haben, dieses Jahr zu genießen und Neues auf mich zukommen lassen zu können.
Ich schreibe gern. Und dennoch scheint es nicht mehr das Medium zu sein, das mir einst so half. Meine echten Tagebücher ruhen seit Jahren. Der Blog ist eine Mischung aus Wollen und Müssen geworden- ich will gern schreiben, aber wenn das leere Schreibfenster vor mir auftaucht, verstricke ich mich in zu viele Gedanken und meine treibenden Gefühle verschwinden ins Nichts. Dieser seltsame Zustand gefällt mir nicht, denn das Schreiben gehört zu mir wie das Radfahren und die leichte Melancholie zuweilen.
Vielleicht ändert sich etwas. Vielleicht bleibt alles beim Alten. Mit diesen bedeutungsschweren Worten verabschiede ich mich ins wahre Leben und genieße den 1.Mai, die kulturelle Vielfalt, meine Freunde und Familie und die alles erleuchtende Sonne.
Symphonee’s weekly #10
_Gesehen_ Coco Chanel 1&2 / Boardwalk Empire Folgen / 127 hours – erst wollte ich nicht, aber dann ließ ich mich von der besonderen Kameraführung bannen / Ruinen – naja, auch eher mitgeschaut und dabei eingeschlafen / Zwei Brüder – rührend
_Gehört_ kaum etwas, aber das liegt daran, dass ich keine Möglichkeit habe, auf einem Smartphone oder ähnlichem Gerät Musik zu hören
_Getan_ Gäste bewirtet / Petersilie und Tomaten ausgesät / ein echtes Fitnessstudio besucht und beinahe jede Muskelgruppe mindestens einmal gefordert / lange Spaziergänge mit meinem Liebsten / coole Musik mit einer irgendwann vielleicht berühmten Band
_Gelesen_ “Suna” von Pia Ziefle und mich in die Lebensgeschichten hineinsaugen lassen / “Sushi for beginners” von Marian Keyes – über englische Sätze gelacht / eine wunderschön rührend geschriebene Geschichte meiner jüngsten Schwester
_Gegessen_ Borschtsch / indische Reispfanne / Putensteaks / Bratkartoffeln / Ei / Pizza / selbstgemachte Hamburger – und ja, diese Woche klingt sehr Fastfoodlastig (ist aber alles selbstgekocht gewesen), dabei habe ich gerade wieder angefangen, abends Kohlenhydrate wegzulassen und meistens auf Süßigkeiten zu verzichten
_Gelacht_ beim Abrocken mit den Geschwistern / am heutigen ersten sonnigen Frühlingstag mit Freunden / immernoch über die Nerds
_Geplant_ Sportprogramm / ja, doch eher als gedacht ein Autolein / vielleicht ein Urlaub in der Schweiz
_Gekauft_ Peelingmaske für meine seltsam unausgeglichene Gesichtshaut
_ Geärgert _ gereizte Stimmung auf der Arbeit (nicht von mir ausgelöst, sondern von nie geklärten Konflikten vor meiner Zeit)
_Gefreut_ über den Frühling, der heute angekommen ist / über meinen Liebsten, für den ich die Liebste bin / Sport mit dem Liebsten, den ich endlich in Angriff genommen habe (also den Sport, nicht den Liebsten) / Feierabend und Wochenende / über meine Geschwister / Fahrradwetter / Sonne / über mein Leben
_ Gewünscht_ einen Urlaub in einem anderen Land / barfuss über Wiesen laufen / einen Roller für Sommertage
Empfindlichkeiten.
Unser Freund ernährt sich seit acht Monaten vegan. Keine Milch, Butter, Eier, Frischkäse und natürlich kein Fleisch mehr. Gut, ein bisschen Umdenken beim Kochen ist okay und absolut machbar für mich. Und er bringt immer viel mit, was er essen könnte. Trotzdem schwingt immer, ohne dass er predigen würde, ein Vorwurf mit. Ich esse besser als ihr. Womöglich bilde ich es mir auch ein. Ganz bestimmt bilde ich mir das ein. Dennoch fühlte ich mich in diesem zarten Empfinden sehr bestätigt, nachdem er anfing, meinen Körperumfang anzusprechen.
Wir sitzen zu fünft beisammen- seit vier Tagen haben wir Besuch von drei jungen Männern, die in unserem Durchgangszimmer schlafen und dementsprechend groß ist inzwischen mein Wunsch nach dem Alleinsein. Nervige Angewohnheiten stechen zusehends mehr hervor und werden zu Bergen, wenn man viel Zeit miteinander verbringen muss.
Dieser Freund sitzt nach dem Essen am Tisch und sagt: “Vor anderthalb Jahren habe ich euch besucht, da hattet ihr total abgenommen.”. Ja, sage ich, wir hätten uns abends Kohlenhydratfrei ernährt. Das sei aber eingeschlafen, weil es durch einen Jobwechsel meinerseits herausfordernder geworden sei, abends ohne Kohlenhydrate zu kochen und den späten und langen Heimweg ohne etwas zu essen zu überstehen. Dass es meistens Brötchen, Brot oder anderes Gebäck gewesen sei, habe etwas mit der Verfügbarkeit von Lebensmitteln auf dem Weg und Bequemlichkeit zu tun gehabt. Ich erkläre und entschuldige mich inzwischen für etwas, das ihn überhaupt nichts angeht. Mein Liebster allerdings sei sehr im Stress und da würde er zunehmen (aber ihn verletzt es auch nicht, wenn jemand zu ihm sagt, er habe zugenommen). Er bohrt weiter nach und bringt dann den krönenden Abschlussatz: “Und als ich euch dann wieder besucht habe, hattet ihr beide ganz schön zugenommen.”. Erstmal nur eine Feststellung. Und doch eine Sache, die man mir gegenüber nicht erwähnen darf. Ich ziehe mich aus dem aufgezwungenen Gespräch zurück, endlich merkt er das auch und fragt leicht verunsichert: “Das darf man doch sagen, oder? Vielleicht hat der Andere das nicht gemerkt und man macht ihn darauf aufmerksam? Oder was meinst du, Symphonee?” Ich antworte, dass jeder normale Mensch merkt, wenn er zugenommen hat und es nicht gesagt bekommen möchte, stehe auf und gehe weg.
Ich bin ehrlich verletzt und weiß selbst, dass es kaum einen Grund gibt, es zu sein. Ja, ich habe einige Kilogramm zugenommen und ich weiß das ganz genau. Ich fühle mich nicht gerade wohler als zuvor, aber ich sehe normal aus, leide nicht unter Adipositas und habe nur wenig Übergewicht. Und auch wenn dies alles zutreffen würde, müsste man mir das doch nicht sagen, oder? Ich fühle mich als “schlechtere Frau” und hässlich, nur weil ich zugenommen habe? Was stimmt nicht mit mir? Und wieso geht es vielen Frauen so?
Bis jetzt bohrt in mir das, was er ausgesprochen und ich schon länger gedacht und gewusst habe. Mag sein, dass ich nicht ganz so im Einklang mit mir selbst bin, wie ich vorgebe, zu sein. Mein Liebster sagt immer wieder, dass der Schlüssel darin liegt, sich selbst zu lieben und zwar so wie man ist. Wenn das denn so leicht wäre..

Symphonee’s weekly #nine
_Gesehen_ auch wertvolle Sendungen und Filme, aber da vergesse ich immer, wie die heißen- eeehrlich!
_Gehört_ jeden Morgen zwei Hits und die Nachrichten
_Getan_ Wohnung aufgehübscht und mal sehr kreativ gewesen / den Liebsten beim Fensterputzen angefeuert / viel zu viel gearbeitet / besonders viel gekocht / Schwester bespaßt und dabei eingeschlafen / Nachbarsfreundin, die nun keine Nachbarin mehr ist, in ihrem neuen Heim besucht / ständig Straßenbahn gefahren
_Gelesen_ “Der verbotene Ort” von Fred Vargas / “Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord” von Fred Vargas / “Suna” von Pia Ziefle begonnen / “Sushi for beginners” von Marian Keyes begonnen
_Gegessen_ Hühnerfrikassee / Lammbraten / selbstgebackene Mazzen / Ofenkartoffeln / Bratei / chinesisch / Tiramisu mit Apfelmus / Bio-Quarktasche / Reis
_Gelacht_ weinselig / mit Nachbarsfreundin / über Karikaturen / über den russischen Namen für “Biene Maja” – “Ptscholka Maja”
_Geplant_ Veränderung von Kleinigkeiten in der Wohnung / große Veränderungen im Beruf / fünf Tage Besuch von drei Bekannten / immernoch Sport / irgendwie doch auch gern ein eigenes Auto
_Gekauft_ Gardinenstangen / Schlaufenschals / Tulpen (!) / Hausschuhe für Besucher / neue Gesichtspflegeprodukte zum Ausprobieren / eine Augencreme
_ Geärgert _ über Schnee / meine Kollegin, die erst meine Urlaubstage miterlaubt und ihn mir die dann nicht gönnt / zu viel Engagement von meiner Seite- man könnte sich dran gewöhnen / Ostwind / über mich
_Gefreut_ über die Sonne / Zusagen / über geglückte Speisen / eine Wohnung, die immernoch die alten, zusammengewürfelten Möbel hat, aber plötzlich wie neu aussieht, weil wir sie wieder liebevoll behandeln / über neuen Übersetzungsauftrag / endlich Gardinen in unserem Schlafzimmer, die der Liebste aufgehangen hat (ich hatte gedroht, es selbst zu tun, aber die Wände bröckeln und ich bin auch mit Leiter wegen der sehr hohen Decken zu klein, so dass jegliche Pläne in diese Richtung eher Risiko als Freude beinhalteten)
_ Gewünscht_ Frühling, Frühling, Frühling / Balkongarten / Klarheit
Wolkenschaufelei.
Die Kriminalromane von Fred Vargas sind angefüllt mit skurillen Charakteren und unglaublichen Wortschöpfungen. Gleichzeitig durchzogen von der Akzeptanz gegenüber menschlicher Andersartigkeit und Besonderheit – wie passend hierbei, dass sich sonderbare Menschen in Paris scheinbar häufen.
Als ich vor einigen Tagen die Frage gestellt bekam, wie ich fachliche Entscheidungen treffen würde, hätte ich aus jedem Vargas-Buch zitieren können, denn der Kommisar Adamsberg gilt als Wolkenschaufler. Bei seinen Gedankenvorgängen meint man, auf einem schwankenden Schiff zu stehen und wenn es sich auf die eine Seite neigt, rutscht ein Fragment herunter und wenn es sich zurücklegt, taucht wieder ein anderes Stück aus dem Ganzen auf. Und mit einem Mal steigt eine Lösung, ein Zusammenhang wie die Morgensonne aus dem Horizont herauf.
“Adamsberg dagegen war für jeden Windhauch offen, wie eine Bretterbude, ein Hirn in freier Luft, dachte Danglard. Stimmt, man hätte glauben können, dass alles, was durch die Ohren, Augen oder Nase in ihn Eingang fand, Rauch, Farbe, Papierrascheln, wie ein Luftzug durch seine Gedanken strich und sie daran hinderte, Gestalt anzunehmen.”*
Feste Gedanken bis zum Ende zu verfolgen, fällt mir nicht leicht, aber sie befinden sich meistens irgendwo im Hintergrund und plötzlich hat der Hintergrund sie zu Ende gedacht, ohne dass ich ihn dazu hätte auffordern müssen.
Wenn man mich erzählen lässt, beginne ich bei Z, um zwischendurch beim Ö zu landen und dann ein A mit einem B zu verknüpfen. Manchmal sehe ich, wie der Zuhörer meinen Gedankensprüngen hinterherhechelt und versuche auf meine innere Bremse zu treten. Zuweilen gelingt mir dies auch.
Leider leidet darunter auch mein Lernvermögen, etwas genau zu verinnerlichen. Stattdessen verknüpfen sich halbe Wissensenden mit Worten und wenn ich das Wort “Wolke” höre, denke ich an die Zeit, als ich die neunte Klasse besucht und morgens immer ein Erdkundelehrbuch in den Garten nahm, um die Wolkenformationen auf eine Wettervorhersage festzulegen. Trotz der Regelmäßigkeit meiner sommerlichen Wetterbeobachtung habe ich mir keine einzige Regel bis heute merken können.
Deshalb lese ich Vargas gern. Und weil ich für mehr Menschen mit Besonderheiten bin.
["Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" von Fred Vargas, S.61/62]
Schritte.
Eigentlich ist das kein Bereich für Berufsanfänger, sagte sie und ich stimmte ihr zu. Ins kalte Wasser geschmissen zu werden, ist dennoch eine der besten Lernmöglichkeiten, die ich kenne. Gefühle sind beim Lernen wichtig und kalte Wasser schockieren zuweilen sehr.
Multiple Vermittlungshemmnisse nennt sich die Diagnose und erwacht bei meiner Arbeit zum Leben.
Da wäre die junge Frau, schlank, hibbelig und noch nicht einmal zwanzig Jahre alt. Vor drei Jahren sei sie heroinabhängig gewesen – bis ihr fünfzehn Jahre älterer Freund sich ihrer angenommen und sie zwei Monate nicht aus der Wohnung rausgelassen hätte, damit sie clean wird. Es hat wohl, was Heroin angeht, geklappt. Nun ist der Freund für sieben Jahre hinter Gittern und sie seit einem Jahr täglich mehrmals am Kiffen und wenn das Geld nicht reicht, muss Bier her. Dazu kommen Gerichtsverhandlungen, bei denen sie aussagen muss, Urteile, die sie kassiert hat und ein langer Rattenschwanz an Themen, die erst nach und nach ans Licht kommen. Zu lang für solch einen jungen Menschen.
In Momenten des Erzählens möchte ich sie zuweilen drücken, um ihr all die Liebe, die sie nicht bekommen hat, nachträglich zu geben. Wenn das denn reichen würde. Gleichzeitig wirkt sie oft grob und widersprüchlich. Verzweifelt auf der Suche nach Anerkennung. Sie lädt reihum andere an dem Projekt teilnehmende Männer zu sich nach Hause ein und hat zur selben Zeit Angst, wieder einmal ausgenutzt zu werden. Neinsagen scheint sie nie gelernt zu haben.
Sie kann immernoch vertrauen, obwohl ihr Vertrauen zu oft ausgenutzt wurde. Zusammen machen wir kleine Schritte. Ich wünsche ihr gute Erfahrungen für ihr Leben und die Kraft, in entscheidenden Momentan ein klares, durchsetzendes NEIN rufen zu können.
Vielleicht ist das kein Arbeitsbereich für Berufsanfänger. Möglicherweise nicht. Aber ich bin bereit, die Menschen ein Stück ihres Weges zu begleiten und allein das macht schon die eine Hälfte einer potentiellen Entwicklung aus. Für mich und die Menschen, die ich begleite..

Symphonee’s weekly #8
_Gesehen_ “Auf den Spuren der Nomaden” – eine sehr authentisch und ehrlich erzählte Abenteuerreise / ein bisschen “Hulk”, ein bisschen “Bad Boys II” – ich habe gerade eindeutig kaum Geduld, ganze Filme vom Anfang bis zum Ende zu sehen / beeindruckender Teil über Stadtgewächshäuser in der Samstagsdokumentation bei vox / Big Bang Theory zum Gesunden
_Gehört_ EnJoy und Hit Radio Antenne
_Getan_ Haare gefärbt (mag ich nicht, aber habe damit nun mal wegen beginnender Ergrauung angefangen) / einen Familiengeburtstag gefeiert / geruht / spazieren gegangen / viel israelischen süßen Wein bestellt / Frühlingsdeko gebastelt
_Gelesen_ “Der verbotene Ort” von Fred Vargas begonnen – ich liebe diese skurillen verschrobenen Charaktere / neue Blogs über Balkongärtnerei
_Gegessen_ Sonnenblumenkernbrot mit Maasdamer und Möhrchen / Chinanudeln mit Hühnchen / Nudeln Bolognaise (einmal echt und einmal mit Tofu) / Restelasagne / Möhren-Tomaten-Salat / Paprikasalat mit Mozzarella / Aladiki / Schuba / Geburtstagstorte
_Gelacht_ auf der Arbeit / über so manchen Harlem Shake
_Geplant_ Süd-Frankreich / Fitness ab April / Balkongarten / Auffrischungen in unserer Wohnung
_Gekauft_ Tropfen gegen verstopfte Nasennebenhöhlen / schöne Jalousie / Pflanzensamen
_ Geärgert _ über Pickelplage auf der Stirn und gleichzeitige trockene Stellen im Gesicht (ebenmäßige Haut, wo bist du hin!?) / über Schnee am 17. März (da dies der Geburtstag einer langjährigen Freundin ist, weiß ich ganz genau, dass es an diesem Datum meistens schön und warm war) / Verzögerungen
_Gefreut_ darüber, dass ich mich besser fühle / Sonnenstrahlen / Sommerpläne / über eine Zusage zu einer neuen Stelle
_ Gewünscht_ Frühling, Frühling, Sommer / bald mit dem Sport beginnen zu können (die NaNeHöEntzündung sollte schon weg sein) / ein Häuschen mit Garten, in dem ein Haufen unserer Kinder spielen und ich Unmengen an Gemüse und Obst und Kräutern ernte / Temperaturen zum Fahrradfahren

Vorgestellt.
Kann man zu oft lächeln oder eine zu hohe Lächelbereitschaft besitzen? Wenn es das geben sollte, dann wäre ich eine Kandidatin dafür. Manchmal wünschte ich, nicht so schnell freundlich gucken zu müssen, aber der Reflex ist zu häufig eingeübt worden und nicht mehr rauszukriegen aus meinen Gesichtsmuskeln.
Es gibt Situationen, da kann ich nicht anders, ich muss grinsen, lächeln, lachen.
Ein Krankenwagen fährt vorbei, sein “tatütata” lässt jeden kurz erstarren und darauf warten, dass das aufdringliche Geräusch schnell vorbeigehen möge.
Nicht so ein Junge im Grundschulalter: trotz großer Kälte trägt er seine zusammengeknüllte Jacke im Arm, der viereckige Ranzen klammert sich schief an seine Schultern, durch dicke Brillengläser schaut er scheinbar ins Nichts und beginnt “tatütata” zu murmeln. Das Murmeln wird lauter, er ruft es authentisch minutenlang in Gedanken versunken über die Haltesstelle hinweg. Das sieht verrückt aus und ich muss lachen. Wie oft habe ich mich über das Wesen von Jungen kurz vor der Pubertät gewundert, die in andere Welten eintauchen und in der Wirklichkeit verloren vor sich hin spielen, murmeln, laufen. An Mädchen ist mir das in diesem Maße nicht aufgefallen, vielleicht folgen sie ihren Geschichten unauffälliger als die gleichaltrigen Jungen.
Die anderen Wartenden sind einfach nur genervt, ein Bahnfahrer ranzt den Jungen an. Auffälliges Verhalten von einem Kind- wie kann er nur so laut sein! Un-möglich. Natürlich kann Lautstärke auf Dauer anstrengend sein, natürlich passt es nicht in das träge geschäftige Feierabendgefühl der Menschen, aber ich bin dafür, dass Kinder spielen dürfen sollten. Mein Wunsch ist es, meinen zukünftigen Kindern so viel Natur, frische Luft und Lautstärke zu ermöglichen wie sie brauchen.

